Liebe Eltern, lieber Gast,

wir haben für Sie hier in Kürze zusammengefasst, welche Grundgedanken und Ziele wir in unserer Arbeit am Kind haben. Wir orientieren uns am Orientierungsplan aber auch an jahrelanger, praktischer Erfahrung am Kind. Wir sind jederzeit bereit weitere Fragen, die sich beim Lesen ergeben haben, zu beantworten und sind telefonisch zu unseren Öffnungszeiten immer für Sie erreichbar und freuen uns über Ihre Interesse an unserer Einrichtung!

 

Verfahren der Beteiligung von Kindern an strukturellen Entscheidungen in der Einrichtung sowie Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren in persönlichen Angelegenheiten nach dem Kinderschutzgesetz.

Allgemein werden die Bedürfnisse und Wünsche der Kindern immer angehört und berücksichtigt. Ein offenes Ohr ist wichtig und selbst die jüngsten Kinder bringen uns immer wieder dazu, unser eigenes Handeln zu überdenken. Wir versuchen einen gemeinsamen Weg mit unseren Kindern zu gehen, ihnen Selbstwirksamkeit durch Beteiligungsmöglichkeiten zu vermitteln und sie zur Selbstregulierung anzuregen.

Beispiele:

Im Kreis:

Kinder dürfen mitentscheiden welche Lieder sie singen möchten und sich Spiele aussuchen.

Kinder mit weniger Durchhaltevermögen/ jüngere Kinder können jeder Zeit den Morgenkreis verlassen, wenn sie nicht mehr aufnahmefähig sind.

Wickeln:

Wenn ein Kind nicht zum Wickeln kommen will, geben wir ihm kurz Zeit zu Ende zu spielen, damit es sich darauf einstellen kann und gehen dann nochmal auf das Kind zu.

Kind motivieren bei Beschwerden z.B. Ich beeile mich wenn du jetzt gleich mit kommst oder es kann sein aktuelles Spielzeug mit nehmen. Ältere Kinder können entscheiden ob sie auf die Toilette oder auf das Töpfchen möchten.

Essen:

Das Kind kann selber entscheiden was und wie viel es essen möchte und uns mitteilen wenn es satt ist. Es schöpft sich mit Unterstützung der Fachkräfte selbst das Mittagessen ein.

Die Mitarbeiter motivieren die Kinder zum Essen und geben ihm verschiedene Speisen zum probieren. Das Kind kann am Tisch stehen wenn es nicht mehr sitzen will und die Kinder, die zuerst fertig gegessenen haben, gehen mit einer Fachkraft schon mal zum Hände waschen. Ist ein Kind außerhalb der Essenszeit hungrig, gibt es auch zwischendurch die Möglichkeit zu Essen z.B. durch einen kleinen Snack vor dem Schlafen gehen. Die Getränke sind immer in Reichweite, somit kann zu jeder Zeit getrunken werden, worauf auch alle Fachkräfte achten.

Freispiel/Aufräumen:

Kinder dürfen ihre Spielsachen/ Spielpartner frei wählen. Eine Triangel wird betätigt oder ein Lied gesungen um den Kindern das Spielende zu signalisieren, somit können sie sich darauf einstellen und in Ruhe fertig spielen. 

Fachkräfte begleiten und unterstützen die Kinder beim Aufräumen. Kinder werden spielerisch dazu motiviert.

 

 

Partizipation der Kinder:

Die Partizipation von Kindern unter drei Jahren in Alltagssituationen in der Kinderkrippe ist im Vergleich zum Kindergarten, in dem z.B. Kinderkonferenzen oder offene Frühstückszeiten angeboten werden können, etwas anders.
Partizipation von Krippenkindern bedeutet, ihre Signale, die nonverbal und verbal sein können
und ihre Äußerungen zu verstehen und angemessen bzw. zeitnah auf sie zu reagieren.
In der Krippe bedeutet Partizipation, Kindern in der Gestaltung von Alltagssituationen, wie den Mahlzeiten, beim Wickeln, beim Schlafen gehen und in Spielsituationen, weitgehend der jeweiligen Entwicklung entsprechend, angemessene Mitgestaltung zu ermöglichen.
Partizipation setzt seitens der Erwachsenen voraus, dass sie sich für das was Kinder tun, interessieren  und bereit sind, ihnen Verantwortung zu übergeben. Gleichzeitig bedeutet es auch, dass Pädagogen bereit sind, Abläufe zu unterbrechen, wenn Kinder Bedürfnisse äußern, deren Befriedigung das erforderlich macht. Zum Beispiel ein Kind früher zum Schlafen legen, wenn es sehr müde ist und schlafen möchte.

Beispiel: Partizipation beim Mittagessen:

 
Beim täglichen Mittagessen, schöpfen sich die Kinder eigenständig das Essen in ihr Schälchen. Hierbei erkennen die Kinder, welches Essen es heute gibt und suchen sich bewusst aus, was und wieviel sie essen möchten. Die Fachkräfte unterstützen die Kinder beim Essen und motivieren sie. Die Kinder werden ermutigt verschiedenes Essen zu kosten. Es wird täglich wertvolles für unsere Gesundheit, wie z.B. Salat, Obst und Gemüse zum probieren angeboten.
Beim Tischdecken und Abräumen können sich die Kinder jeder Zeit beteiligen und mithelfen.
Den Lätzchen können sie selbst holen und umhängen, sofern es das Alter zulässt.
Die Getränke stehen den Kindern jeder Zeit zur Verfügung.
Mit den Eltern wird sich viel über das Essverhalten ihres Kindes ausgetauscht, um so auch zu erfahren, wie die Essgewohnheiten Zuhause sind.

Erziehungsziele:

Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Kinder und geben ihnen
die Möglichkeit:
– Anerkennung und Wohlbefinden zu erfahren
(Gesundheit, Geborgenheit, Selbstständigkeit)
-Die Welt zu entdecken und zu verstehen
(Das Ich, die Natur und die Umwelt)
-Lernen sich auszudrücken
(nonverbal, verbal und kreativ)
-Mit anderen zu leben
(Sozialverhalten, Regeln, Rituale und Traditionen)

Wir erziehen die Kinder alters- und entwicklungsgerecht mit viel
Einfühlungsvermögen und Geduld.
Die Kinder werden in spielerischer Form in folgenden Bereichen
gefördert:
Sinn und Werte, Gefühl und Mitgefühl, Denken,
Sprache, Sinne, Sozialverhalten, Bewegung,
Körperwahrnehmung und Kreativität.

Sozialer und Emotionaler Bereich:

Soziales Verhalten wird in erster Linie durch das Vorleben bzw. das
Beispiel der Erwachsenen und das tägliche Miteinander in der
Gruppe eingeübt und vermittelt.
Dabei lernen die Kinder unter Beibehaltung ihrer eigenen Individualität:
– den anderen zu achten,
– die unterschiedlichen Entwicklungsstände der anderen Kinder
zu akzeptieren,
– unterschiedliche Bedürfnisse wahrzunehmen,
– Toleranz und Geduld zu üben,
– sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen (größere Kinder können
bereits erworbenes Wissen an die jüngeren Kinder weitergeben),
– altersentsprechende Selbstständigkeit und Selbstsicherheit aneignen
(z.B. beim Essen oder An- und Ausziehen)
– eigene Entscheidungen treffen
– Fähigkeit Konflikte auszutragen,…
Dies kann noch gefestigt werden, durch Geborgenheit in der Gruppe,
gegenseitige Rücksichtnahme, Einfühlungsvermögen, Lob für Dinge,
die schon beherrscht werden und das Vergeben kleiner Aufträge
und Aufgaben.

Motorischer Bereich:

Wir unterscheiden zwischen Grob- und Feinmotorik.
In den grobmotorischen Bereich fallen beispielsweise folgende Bewegungen der Kinder:
– laufen,
– rennen,
– sich auf einen Stuhl setzen,
– Treppe steigen,…

Zum feinmotorischen Bereich gehören Bewegungen wie zum Beispiel:
– an- und ausziehen von Kleidung,
– selbstständig essen,
– einen Stift halten,
– mit Bausteinen ein Türmchen bauen,…

Wir beobachten die Kinder dabei und fördern sie altersentsprechend
durch gezielte Beschäftigungsangebote.
Den Bewegungsdrang unterstützen wir durch:
– Musik,
– Sing- und Tanzspiele,
– Bewegungsspiele,
– Spielen im Garten,…

Kreativer Bereich:

In den Räumlichkeiten der Kinderkrippe Seepferdchen stehen verschiedene Materialien
zur Verfügung, welche die individuelle Kreativität der Kinder fördert,
indem die sie genügend Freiraum bekommen, diese Materialien
kennenzulernen und mit ihnen zu experimentieren.
Wir greifen Fantasien und Ideen der Kinder auf und
beziehen diese spielerisch in die verschiedenen Aktivitäten mit ein.

Kognitiver Bereich:

In diesem Bereich geht es um die Fähigkeit des Wahrnehmens,
Erkennens und Bewusstwerdens der Vorgänge in sich selbst und
seiner Umgebung. Die Informationen werden dem Alter entsprechend
in Handlung und Sprache umgesetzt.
Wir versuchen bei den Kindern Anreize zu schaffen, indem wir
Neugierde und Interesse an der Umgebung, sowie Freude an Sprache
und Sprechen wecken und zu logischem Denken ermutigen.

Sprachentwicklung:

Die meisten der Kinder können sich sprachlich noch nicht äußern,
wenn sie in die Krippe kommen. Wir bieten viele Anreize, durch
Gespräche, Lieder, Bilderbücher, Bewegungs- und Fingerspiele um so den Spracherwerb zu unterstützen.

Umsetzung der Erziehungsziele:

Unsere Erziehungsziele versuchen wir zu verwirklichen, durch
gegenseitige Achtung, Vertrauen und Ermutigung im Umgang mit
den Kindern. Wir setzen Richtlinien und Grenzen,
welche im Team besprochen werden und bleiben dabei
liebevoll aber auch konsequent. Diese werden jedoch immer
neu überdacht, um den Kindern so viel Freiraum wie möglich zu
lassen, damit sie sich zu individuellen Persönlichkeiten
entwickeln können.

Körperhygiene:

Die Kinder werden nach Bedarf gewickelt. Die Windeln und Feuchttücher werden von den Eltern mitgebracht. Wir leiten die Kinder dazu an, wenn Alters- und Entwicklungsstand es zulassen, sich selbstständig die Hände und den Mund nach dem Essen, nach Bastelarbeiten und dem Toilettengang zu waschen.

Kinderbeobachtung:

Die Beobachtung ist ein wichtiges Element der pädagogischen Arbeit
mit Kindern. Sie hilft bei der Ermittlung des Ist-Standes und der
Aufzeichnung der Entwicklung des Kindes. Daraus gewonnene Erkenntnisse ermöglichen:
– die Führung gezielter Elterngespräche,
– eine individuelle Förderung des Kindes,
– das bewusste Einsetzen von speziellem Spiel- oder Bastelmaterialien,…

Tagesablauf:

Wir bieten einen geregelten Tagesablauf mit wiederkehrenden
Ritualen. Dies vermittelt den Kindern Sicherheit und Wohlbefinden
und macht den Tag überschaubar.
– Die Kinder werden persönlich von den pädagogischen Fachkräften in Empfang
genommen.
– Während des Freispiels hat das Kind die Möglichkeit, sich diese
Zeit selbst, mit verschiedenen Spielsachen bzw. Spielpartnern,  zu gestalten. Es wird dabei von den päd. Fachkräften so weit wie nötig aktiv begleitet.
– Es folgt das gemeinsame Frühstück, welches die
Eltern ihrem Kind mibringen.
-Danach gibt es verschiedene Aktivitäten wie Spiele, Lieder, Bastelangebote, Bilderbücher und gezielte Beschäftigungen, welche mit einem gemeinsamen Morgenkreis abgerundet werden
-In unserem kuscheligen Schlafraum steht für jedes Kind ein eigenes Bett bereit um sich nun zu erholen und eine Runde zu schlafen. Aus Erfahrung können wir sagen, dass jedes Kind diese kleine „Pause“ genießt, da die Zeit in der Krippe für die Kinder doch sehr ereignisreich ist.
– Nun essen wir gemeinsam zu Mittag.
Dies kann von den Eltern mitgebracht und in unserer Krippe erwärmt werden oder Sie nutzen unseren Catering-Service, welcher täglich frisches, kindgerechtes Essen an uns liefert.
-Mehrmals in der Woche versuchen wir mit unseren Kindern in den Garten zu gehen.
Es gibt viele Spielmöglichkeiten, die Kinder sind an der frischen Luft und können ihrem Bewegungsdrang in unserem großen Garten freien Lauf lassen.
– Am Nachmittag werden wieder verschiedene Aktivitäten angeboten, die auf unserem Wochenplan in der Kinderkrippe nachzulesen sind.
Diese Zeit wird von unseren pädagogischen Fachkräften auch gerne für die Einzelförderung genutzt. Auch hier besteht bei Bedarf die Möglichkeit für einen kleinen Nachmittagsschlaf oder auch einen Gang in den Garten.
– Die Abholzeit orientiert sich am gewählten Betreuungsmodell.

Eingewöhnung:

Der Übergang aus der Familie in die Kinderkrippe bedeutet für
Ihr Kind eine große Herausforderung. In kurzer Zeit muss es lernen,
sich an eine neue Umgebung anzupassen und Beziehungen zu fremden
Personen aufzubauen. Während der ersten Zeit ist Ihr Kind noch mit
unbekannten Räumen und Menschen konfrontiert. Es muss sich an neue
Situationen, einen anderen Tagesablauf und an die tägliche mehrstündige Trennung von den Eltern gewöhnen. Um Ihrem Kind diesen Übergang zu erleichtern und um problematischen Entwicklungen vorzubeugen, findet die Eingewöhnung immer durch die Begleitung eines Elternteils oder einer anderen engen Bezugsperson des Kindes statt. Die Eingewöhnung ist in der Regel nach ca. 2 Wochen abgeschlossen. Da jedes Kind jedoch anders ist, kann man die Zeit im Voraus nicht genau bestimmen und daher bitten wir die Eltern darum, sich unbedingt einen Monat lang Zeit zu nehmen und in dieser Zeit immer erreichbar zu sein. Im Allgemeinen orientieren wir uns inhaltlich am „Berliner Eingewöhnungsmodell“. Darin beginnt das Kind in langsamen Schritten, den Bezug und das Vertrauen für die Zeit in der Krippe zu den Erzieherinnen aufzubauen und sich dadurch nach und nach langsam von den Eltern zu lösen. Nähere Informationen dazu erhalten sie in unserer Kinderkrippe.